leontopodium alpinum

Edelweiss

Der symbolträchtigsten aller Alpenblumen, dem Edelweiss (leontopodium alpinum), steht eine Karriere als Wirkstofflieferant bevor. Dank seinem Gehalt an Antioxidantien könnte das Edelweiss nach Ansicht der Forscher einen grossen Beitrag zur Prävention von Hautalterung oder Krebs leisten. Im Edelweiss wurden 40 in Frage kommende Moleküle entdeckt, wovon 20 noch vollständig unbekannt sind.

Bei den Bemühungen, das Produktionspotenzial der unscheinbaren Pflanze abzuklären, konzentrieren sich die Forscher auf ein einziges Ziel: Sie wollen herausfinden, in welcher Höhenlage das Edelweiss am meisten Antioxidantien bildet. Das Wachstum der Pflanzen, die Anzahl Blüten und ihre Farbe sind Anpassungen der Blume an die Höhenlage. In einem Grossversuch wurden im Wallis Abkömmlinge zweier Edelweiss-Klone daher in 5 verschiedenen Höhenlagen, zwischen 500 und 2500 Metern über dem Meer, angepflanzt. Auf die 5 Standorte verteilt wachsen seit März 2004 genau 1500 Edelweiss-Setzlinge. Dabei wird für eine Hälfte der Versuchspflanzen ein bestimmtes Kultursubstrat verwendet, während die andere Hälfte ihre Wurzeln ins natürliche Erdreich ausstreckt. Erste Resultate liegen im Herbst vor; bis dahin werden mehrere tausend Pflanzenanalysen durchgeführt.

Bereits heute verwendet die Kosmetikbranche gezüchtete Edelweisspflanzen zur Herstellung von Sonnenschutzmitteln. Auch wenn die positiven Eigenschaften der Edelweiss-Wirkstoffe in Zusammenhang mit der Krebsmedizin gebracht werden, wird Edelweiss wohl nicht zur Therapie, sondern zur Prävention benutzt werden. Die Forscher suchen seit mehr als zwei Jahrzehnten weltweit nach neuen Pflanzenwirkstoffen. Ihrer Ansicht nach soll über das Wirkungspotenzial der Alpenblume in 1-2 Jahren Klarheit herrschen.

Edelweiss stammt Zentralasien

Das Edelweiss ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis über 20 cm erreicht. Die Pflanze ist wollig-weissfilzig, wobei die schmal lanzettlichen, etwa 5 cm langen Laubblätter an der Unterseite stark behaart sind. Die grundständigen Blätter bilden eine Rosette.
5-15 weiß glänzende Hochblätter formen einen mehrzackigen Stern und umgeben den Blütenstand. Die 2-12 gleichartigen körbchenförmige Teilblütenstände enthalten jeweils 60-80 weissgelbe Röhrenblüten. Die schmalen Röhrenblüten am Rand sind weiblich. Sie werden auch Fadenblüten genannt. Weiter einwärts stehen grössere männliche Röhrenblüten. Da der funktionslose Griffel noch vorhanden ist, können die Blüten zwittrig erscheinen. Blütezeit ist zwischen Juli und September. Die Edelweiss-Früchte sind Achänen, die sich als Schirmchenflieger verbreiten.

Der botanische Name "Leontopodium alpinum" leitet sich von der charakteristischen dichtfilzigen, weissen Behaarung ab (griech. leon für Löwe, podion für Füsschen). Weitere Trivialnamen sind Wollblume, Bauchwehbleamerl, Irlweiss, Almsterndl, Federweiss, selten auch Silberstern und Wülblume (in der Schweiz).

Eigentlich stammt Leontopodium alpinum gar nicht aus den Alpen, erst vor 100.000 bis 200.000 Jahren ist es aus Zentralasien in unsere Berge gekommen. Dort sind heute mehr als 40 Arten dieser Pflanze bekannt, in Europa sind es gerade einmal 2.

Edelweiss als Gartenpflanze

- zur Bepflanzung als Steingartenpflanze und Steingartenstaude
- Liebhaberpflanze für das Alpinum und den Steingarten
- flächendeckende Pflanze zur dauerhaften Grabbepflanzung und Begrünung

Art der Gattung Leontopodium

Es gibt einen Internationalen Code der Botanischen Nomenklatur (Namensgebung), der verbindliche Regeln für die Erstbeschreibung und Benennung von Pflanzen beinhaltet.
Diese Regeln sind ausgesprochen praktisch, da man sich auf diese Weise weltweit ohne große Sprachverwirrung über eine bestimmte Pflanze unterhalten kann. Man bedenke nur wie viele verschiedene deutsche Namen mitunter für nur eine einzige Pflanze bekannt sind.
Bei der Benennung der Pflanzen hat man sich für die alten Sprachen der Wissenschaft entschieden: Latein und Griechisch.

Fälschlicherweise werden die wissenschaftlichen Pflanzennamen häufig ganz platt als lateinische Pflanzennamen bezeichnet, obwohl viel mehr Wörter aus dem griechischen Sprachgebrauch stammen. Verstärkt wird dieser falsche Eindruck zudem durch die Latinisierung der griechischen Gattungs- und Artnamen. (aus der griechischen Endung -os wird zum Beispiel die lateinische Endung -us).
Der wissenschaftliche Name einer Pflanze besteht immer aus zwei Wörtern. Das erste Wort bezeichnet dabei die Gattung (genus) und das zweite die Art (species). Der Gattungsname wird stets gross geschrieben, die Artbezeichnung startet mit einem kleinen Anfangsbuchstaben.

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